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  • Foto & Text: Pure Ruby, Nicole Rubisch

  • Bühne frei:

    Blicke in die Steiermark

    Es ist ALLES da: Hoch vom Dachstein an erheben sich schroffe Berggipfel über malerische Täler und Wälder. Idyllische Dörfer und historische Städte schmiegen sich ins Landschaftsbild. Der Süden lebt von einem Hauch mediterranem Flair. Die Steiermark hat viel zu bieten und die Menschen sind wie ihr Land: kulturbewusst, liebenswert und offen für Neues.  Traditionen haben Werte geschaffen und eine Landeshauptstadt mit Weitblick öffnet das Tor zur Innovation. Vielleicht macht sich in der Steiermark gerade deshalb ein Richtungswandel so besonders bemerkbar: der Trend zur Inklusion, der Vielfalt und  Chancengleichheit mitsichbringt.


  • Foto und Text: Pure Ruby, Nicole Rubisch

  • Saugutes bei Fürstenfeld:

    Der Liebhaber und die Ermi-Oma

    Markus Hirtler steht an der Theke. Die Ermi-Oma hat er heute zuhause gelassen, der Kabarettist ist privat unterwegs. Vor ihm liegt ein Päckchen mit Ursalz, Nudeln und Getreide. Er ist im Labonca-Shop am Burgauer Hauptplatz. „Und eine Leber nehm ich noch mit – normalerweise esse ich Leber ja nicht, aber die hier ...“, sagt er zur Verkäuferin mit seiner ganz persönlichen Mischung aus Ruhe, Witz und Charismatik.

    Der Mann mag es bio und denkt darüber nach, was er isst und wo es herkommt. In diesem Fall von Norbert Hackls „Labonca“, einem Biohof, der mit seinen Sonnenschweinen Appetit auf „Saugutes und Kostbares“ macht. Von Schweinen, die sich Zeit ihrer Tage eines quietschvergnügten Lebens erfreuten. Der Trend nennt sich Slowfood und was anderes sollte laut Markus Hirtler auch gar nicht mehr in unseren Kochtöpfen landen.

    Ortswechsel: Wir fahren auf die „Halt“ zu den Labonca-Sonnenschweinen inmitten leuch-tend gelber Rapsfelder. „So soll Nutzzierhaltung erfolgen und nicht anders!“ Markus weiß, wovon er spricht. Gleich über „die Wiese“ an der Grenze zum Burgenland betreibt er die Liebhaberei. Ein gemeinnütziger Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Generationen zu verbinden und Menschen zu integrieren: über Kunst, Kultur und Natur.

    Jetzt ist klar, wo die Ermi-Oma zu Hause ist: auf einem alten Gehöft mit dazugehöriger kleiner Landwirtschaft. Diese stellt Markus Hirtler gerade auf Bio um. Außerdem bekommen Menschen die Chance, ein paar Monate am Hof mitzuleben. Die Klienten kommen vom AMS: „Wenn du in einer Lebenskrise steckst oder dein Leben vergockelt hast, ist es wichtig, dass du deine Talente entdeckst und wieder Fuß fassen kannst!”



  • Foto und Text: Pure Ruby, Nicole Rubisch

  • Bergtour auf den Masenberg bei Hartberg:

    Glück muss man haben!

    „Die gab es 2008 auf eBay zu ersteigern“, sagt Manfred und deutet auf eine Kapelle, die sich stolz über den Ringkogel erhebt. Fast wäre das barocke Schmuckstück der Einrissbirne eines Baggers zum Opfer gefallen, wären nicht die Oststeirer gewesen, um sie im World Wide Web zu retten. – Daher der Name Glückskapelle.

    Manfred Putz: „Ursprünglich stand sie in Hof bei Kirchberg an der Raab und war dem Straßenbau im Wege. Ich glaube, ich bin dort sogar einmal mit dem Handbike vorbeigefahren.“ – Ist gut möglich, denn der Sportler kommt viel herum mit seinem aus Armkraft betriebenen Fahrrad: quer durch Europa, Südafrika und Australien. Slowenien und Österreich hat er gemeinsam mit Thomas Frühwirt als „Ultrahandbikeduo“ umrundet. Zuletzt durchquerte er gemeinsam mit seinem Sportsfreund die USA beim härtesten Rennen der Welt, dem Race Across America.

    Für diese Herausforderung trainierte Manfred in seiner Heimat, der Oststeiermark. Oft führte ihn seine Power auf den Masenberg. „Von Hartberg sind es cirka 17 Kilometer und 1.000 Höhenmeter.“ – Wie lange er dafür braucht? „An die eineinhalb Stunden“, lacht der sympathische 44-Jährige, der klarerweise auch einen Weltrekord aufgestellt hat und derzeit an der größten Herausforderung in seinem Sportlerdasein tüftelt. „Handbiken ist für mich Freiheit und der Teamgeist bei Rennen verbindet Sportler mit und ohne Behinderung. Es ist nur schade, dass unsere Medien die Paralympics-Veranstaltungen nicht stärker bewerben, denn das Interesse der Bevölkerung ist groß und wir Sportler brauchen das Echo des Publikums. Außerdem sehen andere Menschen, was alles möglich ist und plötzlich werden eigene Hürden, die man zu überwinden hat, kleiner“, weiß Manfred aus eigener Erfahrung. Der Steirer musste nach seinem Unfall hart an sich arbeiten und trainieren. Rund 120.000 Kilometer ist er seither geradelt. Aber weil auch mal Ruhe sein muss, ist er heute mit seiner Tochter Bianca da – mit dem Auto – und nach einem Spaziergang gehts in den  Gasthof Olmstoll. Wer sport-lich ist, so wie Manfred, wählt den kurzen Wanderweg links von der Glückskapelle durch den Wald und lässt sich von Stock und Stein nicht abhalten. „Es ist alles Kopfsache, aber wer es gemütlicher haben möchte, nimmt besser das Auto und fährt zum Olmstoll hinüber!“


  • Wegbeschreibung:
    Anfahrt

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