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  • Leben in Graz

    Wohnen für ALLE!

    Jeder Mensch hat eigene Vorstellungen vom Wohnen – hinzu kommen der  demographische Wandel und unterschiedliche Bedürfnisse: Während junge Menschen flexibel sind, achtet die Generation 50-Plus verstärkt auf  Barrierefreiheit.

     

    „Barrierefreies Bauen hat Zukunft“, bestätigt der Grazer  Architekt Alfred Wolf das wachsende Bewusstsein nach senioren- und behindertengerechter Planung. Als Experte kennt er die Prognosen des demographischen Wandels in Europa: 2050 werden mehr als 30 Prozent über 65 Jahre alt sein. Mit dem Alter kommen Einschränkungen, damit verändern sich die Ansprüche: „Was Barrierefreiheit betrifft, befinden wir uns in einer Sensibili-sierungsphase – es geht einen Schritt weiter. Die Bevölkerung bewegt sich in ein höheres Alter, die Pflege in Heimen ist für den Staat schwer finanzierbar und damit wird eine Zukunft in mobilen Diensten liegen. Das bedeutet veränderte Anforderungen an die Wohnung oder das Haus – niemand möchte in so einer Situation gern umziehen“, so Wolf.

    Zukunftsorientiert zeigen sich auch Bauträger, denn Barrierefreiheit ist in allen Lebenslagen ein Thema: „Junge Familien wollen mit Kinderwagen stufenlos in die Wohnung kommen, Menschen mit Behinderung oder durch einen Unfall vorübergehend eingeschränkte Personen und Senioren schätzen barrierefreies Wohnen über alles. Diese Anforderungen sind zentrales Thema bei all unseren neu errichteten Objekten wie zum Beispiel dem Blue Ship Two“, sagt Thomas Schober, Vorstand der C&P AG.

    Das Steiermärkische Baugesetz schreibt den anpassbaren Wohnbau seit dem 1. Mai 2011 vor. Barbara Sima-Ruml aus dem Fachbereich „Bau-technik und Gestaltung“ der Steiermärkischen Landesregierung: „Der anpassbare Wohnbau ist eine Erleichterung zum barrierefreien Wohnbau und wird in der Steiermark bei geförderten Wohnbauten angewendet. Der Grundriss der Wohnung ist dann so geplant, dass nur geringer Aufwand notwendig ist, um diese ganz barrierefrei machen zu können.“ Das ist besonders wichtig, wenn Leute älter und pflegebedürftig werden oder nach einem Unfall eingeschränkt sind und weiterhin zu Hause leben möchten. Die Mindestanforderung ist, dass alle Bereiche der Wohnung stufenlos erreichbar sind. Im Blue Ship Two entstehen Wohnungen für ALLE.”

    „Barrierefreies Bauen ist auch eine Komfortfrage. Wer kleine Kinder hat, kann sich damit ebenso glücklich schätzen wie ältere Menschen“, so die Expertin Sima-Ruml. Vor allem die 50-Plus-Generation interessiert sich für den anpassbaren Wohnbau. „Diese Personengruppe denkt sehr stark über später und eine eventuelle Beeinträchtigung nach“, betont Architekt Wolf. Beim Wohnbau hat die Steiermark übrigens eine Vorreiterrolle in Österreich eingenommen und mit dem „Wohnbautisch“ ein Gremium geschaffen, das seit 1996 zentrale Anlaufstelle für alle geförderten Wohnbauvorhaben ist.  Seither kann die Steiermark auf rund 28.000 anpassbare Wohneinheiten verweisen. – Und damit steht dem Zuhause-Wohnen in allen Lebensphasen nichts mehr im Wege.

    Barrierefreie Stadt. „Es gibt viele gesetzliche und bauliche Vorgaben, aber Barrierefreiheit muss auch gelebt werden!“, sagt Oskar Kalamidas von der Stadtbaudirektion und äußert eine Bitte: „Ich ersuche alle Bürgerinnen und Bürger Fahrräder nicht auf taktilen Leitsystemen zu parken und keine Fahrräder auf Ampelmasten zu hängen. Was haben wir von einer gut geplanten und barrierefreien Stadt, wenn die Gehsteige für Rollstuhlfahrer nicht nutzbar sind, weil sie verstellt sind?“ Die Stadt Graz hat eine Broschüre für mobilitäts-eingeschränkte, seh- und hörbeeinträchtigte Menschen herausgegeben.

    Web-Tipps:  www.raumplanung.steiermark.at

    www.barrierefrei.graz.at

    www.technik.steiermark.at

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    http://www.cp-ag.at