• Drei Frauen schreiben über das, was sie bewegt. Alltägliches, Herzliches, Chaotisches, Kleines und Großes. Drei Heldinnen begegnen sich in diesem Forum. Gemeinsam retten sie sich selbst und manchmal die Welt.

  • Foto: Pixelio Tim Reckmann

  • Lucy.

    Die Tränen kullerten aus ihren Augen. Sie rührte mit zittrigen Händen in ihrem Cappuccino. Eigentlich hasste sie Milch. Ich hatte ihr seit acht Uhr morgens die Daumen gedrückt. Sie hätte es sich so verdient! Lucy hatte sich schon früh auf den Weg zum Verlagshaus gemacht; der Termin, auf den sie Wochen gewartet hatte. Das Manuskript in der cafébraunen Ledertasche, die ich ihr vor sieben Jahren geschenkt hatte. Sie würde eine große Schriftstellerin werden, prophezeite ich ihr damals. Sie hatte alle Eigenschaften, die man als Literatin brauchte. Manchmal etwas zurückhaltend und immer spürsinnig, dann wieder feurig und dynamisch. Sie war meine Heldin. Vom ersten Moment an, als sie die Tür zu meiner Agentur öffnete, waren unsere Herzen verbunden. Sie stellte sich mir als Texterin vor und mühte sich jahrelang durch die langweiligen Pressetexte meiner Kunden. Ich bewunderte sie, weil sie ihre Träume nie aufgab. Und nun saßen wir uns traurig gegenüber.

     Der Verlag hatte ihr eine Absage zu ihrem Buch erteilt. Nächte und Monate hatte sie damit verbracht, zu schreiben. "Wie konnte mir nur einfallen, zu glauben, dass ich es schaffen könnte", ließ sie sich hängen. Ich bestellte Prosecco. Jetzt musste ich was aus dem Hut zaubern, um Lucy wieder aufzubauen. Ich zog über den Verlag her, die geschäftsführenden Männer, die keine Ahnung davon hatten, was der Welt ohne Lucys Roman entgehen würde. Ich versicherte ihr, dass eines Tages der Erfolg käme: "Das Leben irrt sich nie! Mach weiter und schau auf das Glück in deinem Leben. Schau auf das, was du hast. Du hast einen lieben Partner, gute Freunde, eine wunderbare Familie. Und Jack, deinen Kater, dem es so gut geht! Vertraue den Engeln, die immer wissen, wann der richtige Zeitpunkt für uns gekommen ist!" Lucy verzog die Lippen zu einem leichten Lächeln: "Das sag ich auch immer zu anderen, wenns ihnen schlecht geht!" "Siehst du", erwiderte ich, dann lass uns mal einen Plan aushecken, bis die Zeichen der Zeit für dein Buch auf Erfolg stehen!"

     Lucilla und ich gebaren an diesem Vormittag mit einer wunderbar spritzigen Flasche Prosecco die Idee zur HeldinnenReise. Jetzt mussten wir noch ein paar andere Frauen auf den prickelnden Geschmack bringen, mit uns auf eine ganz besonderen Reise zu kommen ...



  • Begleiten Sie unsere Heldinnen auf ihrer spannenden Reise durch das Leben, das immer viel zu bieten hat ...

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    WIE ALLES BEGANN ...

     

     

     

  • Andrea.

    Ich hatte vergessen, dass es sie gab. An jenem Morgen, als ich beim Arzt zur Blutabnahme saß, machte sie sich bemerkbar. Wir waren gemeinsam zur Schule gegangen. Andrea hatte ihre Kurven verhüllt - in ziemlich viel Stoff, wie mir unweigerlich auffiel. "Schau mich an, was der aus mir gemacht hat. Aber jetzt bin ich wieder frei und geschieden. Wie konnte ich mich nur so gehen lassen? Ich war sieben Jahre todunglücklich und habe es nicht bemerkt. Ich habe ihm alles gegeben, und dann lässt er mich wegen der Sekretärinnen-Tussi sitzen! Ich hab keine Ahnung, was ich jetzt machen soll!" "Andrea?", fragte ich sie, "hast du Lust bei einem ganz besonderen Frauenprojekt mitzumachen?" Sie blickte mich an - und da war sie, die Zweite im Bunde.


  • Foto:Pixelio Jürgen Acker

  • Drei Frauen, ihre ganz persönlichen Geschichten. Zwischen Liebe, Träumen, Arbeit, Alltag, Katastrophen und Sehnsüchten.

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    MIT MUT ZUM GLÜCK.

      

    Kommen Sie mit auf unsere Reise, liebe Leserinnen!

     

    HIER GEHT ES WEITER.

     

     

     

     


  •  ... ganz nach dem Motto: Hinter jeder Mauer wartet ein Abenteuer! Vielleicht begegnen Sie dabei auch einem Stück Ihres eigenen Selbst oder einem Teil einer Person, die sie lieben oder hassen. Aber ganz ehrlich: das macht nichts!

  • Foto: Pixelio Jürgen Acker

  • Mariella.

    Sie war so frustriert. Sie war immer für alle da! Für ihre beiden Kinder, für ihren Mann, für die Mutter, die nach dem Tod des Vaters entsetzlich litt - und für ihre Arbeitskollegen. Sie war Feel-Good-Managerin in einem Technologie-Unternehmen und dafür zuständig, dass alle gut bei Laune waren. Sie gab alles,  hetzte von einem Termin zum anderen, versprühte gute Laune, nahm sich der Sorgen ihrer Kollegen an - und kollidierte dabei immer öfter mit ihrem Chef. Er konnte ihrer Funktion nichts abhaben. Mariella geriet von Tag zu Tag mehr an ihre Grenzen. Wenn sie sich auf der Toilette für einige Minuten zurückzog und sich den Müll des Alltages von den Händen wusch, erschrak sie vor ihrem Spiegelbild. Das war nicht sie - und das wollte sie auch nicht länger sein. Sie rief mich an: "Hast du einen Job für mich? Ich muss mich verändern!" ...

     Ich kannte Mariella aus der Zeit, als wir als Referentinnen in der Erwachsenenbildung gearbeitet hatten. Ich schätzte immer schon ihr Wissen und ihre Verlässlichkeit. Ihr Angebot, was Neues machen zu wollen, traf sich mit der Idee der HeldinnenReise.


  • Das erste Treffen

    Da waren sie, die tollen Frauen, die ich für mein Projekt gefunden hatte. „Wenn Dinge geschehen sollen, sind sie einfach da“, sagte ich. Die erste Redaktionssitzung, der der Zauber des Anfanges innewohnte und ein Raum voller Frauen mit Herz und Lebenserfahrung. Lucys Augen leuchteten; ich sah ihr Feuer. Andrea schaute aufmerksam und war doch etwas zurückhaltend; sie hatte sich in den Jahren ihrer Ehe wirklich selbst vergessen. Mariella saß da und strahlte; sie wusste, dass sie bei uns richtig war. Da war sie für uns gekommen: die Zeit für einen Neustart!„Welche Themen stehen an?“, fragte ich in die Runde, „worüber wollt ihr schreiben?“

    „Liebe, Chaos und Abenteuer“, ruft Lucy. „Familie, Kinder und Job“, schließt Mariella nahtlos an. Andrea stockt; als unsere Blicke auf ihr weilen, sagt sie mit etwas Scham: „Über meinen Weg in die Selbstbestimmung. Ich habe mich verloren, aber ich werde meinen Selbstwert und mein Frau-Sein wiederfinden.“
    Ich schnappte mir Stift und Papier – und schon sind wir mittendrin im Diskutieren, planen und plotten. Die Heldinnen begeben sich auf ihre Reise.